Über das Programm

Das Programm „Empowerment für Diversität – Allianz für Chancengerechtigkeit in der Gesundheitsversorgung“ verfolgt das Ziel, Vielfalt und soziale Gerechtigkeit als zentrale Prinzipien in der medizinischen Lehre und Praxis zu verankern. An der Schnittstelle von Hochschulbildung, Gesundheit und gesellschaftlicher Teilhabe soll ein nachhaltiger Kulturwandel hin zu diskriminierungskritischen, reflexiven und inklusiven Institutionen angestoßen werden.

Im Fokus stehen strukturelle Diskriminierung – mit besonderem Augenmerk auf Rassismus und Frauengesundheit –, ungleiche Zugangschancen sowie institutionelle Machtverhältnisse im Gesundheitswesen. Durch partizipativ gestaltete Aus-, Fort- und Weiterbildungsangebote, die Implementierung nachhaltiger, rassismuskritischer Strukturen sowie den Aufbau von Diversitätskompetenzen im Bereich der Organisationsentwicklung werden Räume für Reflexion, Austausch und Kompetenzentwicklung geschaffen – für Patient*innen, Studierende, Lehrende sowie Mitarbeitende in Forschung, Lehre und Klinik.

Das operative Kernteam arbeitet hierfür mit individuell zusammengesetzten Steuerkreisen an zehn Institutionen aus dem Bildungsbereich sowie mit sieben gynäkologischen Kliniken zusammen. Diese Kooperationspartner sind Teil der Allianz für Chancengerechtigkeit und werden im Rahmen des Programms als Empowerment Partner bezeichnet.

Ein zentrales Anliegen des Programms ist die aktive Einbeziehung marginalisierter Perspektiven. In enger Zusammenarbeit mit Betroffenen und Fachpersonen aus Praxis und Wissenschaft – vertreten im Projekt- und Praxisbeirat mit über 50 Mitgliedern – entstehen diskriminierungssensible und machtkritische Lehr- und Lernmaterialien, die bestehende Barrieren sichtbar machen und zu deren Abbau beitragen.

Die Website fungiert als zentrale Plattform des Programms. Eine interaktive Netzwerkkarte bildet die gesamte Allianz für Chancengerechtigkeit ab und macht darüber hinaus weitere relevante Akteurinnen und Projekte im Themenfeld sichtbar. So können passende Ansprechpartnerinnen für spezifische Anliegen gezielt gefunden und neue Kooperationen initiiert werden.

Zudem steht eine kostenfreie Open Educational Resource (OER)-Plattform zur Verfügung. Sie richtet sich an Lehrende, Studierende und Fachkräfte im Gesundheitswesen und bietet diskriminierungskritische Lehrformate wie Podcasts, Lehrfilme, Kurse und Workshopkonzepte zur freien Nutzung.

Ergänzt wird das Angebot durch ein frei zugängliches Glossar, das zentrale Begriffe rund um Diversität, Rassismus, Gender und soziale Gerechtigkeit verständlich erklärt. Es bietet insbesondere im medizinischen und pflegerischen Alltag eine niedrigschwellige Orientierung für den Umgang mit komplexen Begrifflichkeiten.

„Empowerment für Diversität“ ist an der Charité – Universitätsmedizin Berlin verortet und wird von der Stiftung Mercator im Rahmen ihrer Förderlinie „Chancengerechte Bildung“ bis Februar 2029 unterstützt. Die Projektleitung besteht aus Prof. Dr. Theda Borde und Prof. Dr. Jalid Sehouli. Das Programm leistet einen konkreten Beitrag zu einer medizinischen Ausbildung und Gesundheitsversorgung, die Diversität wertschätzt und soziale Gerechtigkeit ins Zentrum rückt.