Diskriminierende Narrative in medizinischen Fachtexten

Das Seminar „Diskriminierende Narrative in medizinischen Fachtexten – eine Einführung in das kritische Lesen von Fachliteratur“ hat das Ziel, Medizinstudierende für implizite Wissensbestände, stereotype Darstellungen sowie strukturelle Diskriminierung in medizinischem Lehrmaterial zu sensibilisieren.

Im Mittelpunkt steht hierbei die kritische Auseinandersetzung mit dem sogenannten „Hidden Curriculum“: Dieser Begriff beschreibt die Vermittlung unausgesprochener Normen und Werte. Im Fall dieses Seminars geht es insbesondere um rassistische und sexistische Vorurteile und Haltungen, die in Lehrbüchern (und anderen in der Lehre verwendeten Texten) „zwischen den Zeilen“ vermittelt werden und das klinische Handeln unbewusst beeinflussen können.

Durch die Verbindung von sozialwissenschaftlicher Theorie, methodischer Analyse und praxisbezogener Reflexion sollen die Studierenden lernen, ihre Handlungsspielräume im klinischen Kontext kritisch zu hinterfragen und sie dadurch potentiell zu erweitern, um langfristig zu einer diskriminierungssensibleren Versorgung beizutragen.

Um die Studierenden dazu zu befähigen, arbeitet der Kurs mit einem Blended Learning-Format: Ein in Moodle auf dieser Webseite verfügbarer Online-Kurs  vermittelt zunächst theoretisches Hintergrundwissen zu Rassismus, Sexismus und den Mechanismen, über die diese in die Medizin hineinwirken. In den Online-Kurs eingebettet sind zudem Interviews mit Expertinnen, die aus praktischer Perspektive die Auswirkungen implizit rassistischer und sexistischer Lehrinhalte erklären.

Daran schließt sich ein Blockseminar an, in dem die Studierenden in Präsenz und interaktiv konkretes Lehrmaterial (z. B. Lehrbücher) bearbeiten und strukturiert analysieren. Die Ergebnisse der Arbeit am Text werden in einer separaten Veranstaltung (ggf. öffentlich) vorgestellt.

Die Veranstaltung hat einen Gesamtumfang von ca. einer Semesterwochenstunde (Online-Kurs + Blockveranstaltung).

-Bitte fordern Sie einen Gast-Zugang zu Moodle bei den Autor*innen an, siehe Kontaktangaben-

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Kontakt

  • apl. Prof. Dr. Amand Führer

    Institut für Medizinische Epidemiologie, Biometrie und Informatik
    Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
    Profilzentrum Gesundheitswissenschaften

    Magdeburger Straße 8 (Raum 119)
    06112 Halle (Saale)
    amand-gabriel.fuehrer@uk-halle.de

  • Jana Niemann

    Abteilung für Prävention und Rehabilitationswissenschaft, Department für Versorgungsforschung
    Medizinische Fakultät, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
    Gebäude V04

    Ammerländer Heerstrasse 140,
    D – 26046 Oldenburg
    jana.niemann@uni-oldenburg.de